Der Hovawart hat einen mittelgroßen, kraftvoll gestreckten Körper bewegt mit ausgreifenden Gangwerk. Der Kopf ist kräftig mit breiter, gewölbter Stirn, braunen Augen und dreieckigen Hängeohren. Das auffällige Haarkleid ist lang und leicht gewellt, in drei unterschiedlichen Farben: Schwarzmarken (engl. Black and Tan), Blond und Schwarz. Die Geschlechtsunterschiede sind deutlich erkennbar. Der Rüde hat eine Widerristhöhe von 63 bis 70 cm gegenüber der Hündin mit 58 bis 65 cm, deren Kopf auch schlanker ist.
Bei richtiger Pflege ist der Hovawart ein robuster, gesunder Hund. Eine strenge Zuchtauslese hat dazu beigetragen, dass der Anteil der Hunde mit Hüftdysplasie (HD) auf einen geringen Prozentsatz zurückdrängt werden konnte.
Eine Verwechslung ist insbesondere bei schwarzen Hovawart-Hündinnen aufgrund der schlanken Form mit dem Flat Coated Retriever möglich. Blonde Hovawarte werden von nicht mit der Rasse vertrauten Personen häufig mit Golden Retrievern verwechselt.
(Was allein vom Wesen schon recht lustig ist
)
Vom Wesen her ist der Hovawart eine starke Persönlichkeit. Konsequenz in der Erziehung und viel Zeit sind deshalb ein Muss. Er ist sehr wachsam und anhänglich, aber sensibel und geselligkeitsbedürftig. Die Energie, Intelligenz und hohe Lernbereitschaft dieser Hunde sollte gefördert und gezielt gelenkt werden. Der Hovawart als Gebrauchshunderasse möchte beschäftigt werden, am besten täglich, sonst kann es leicht passieren, dass er sich seine Aufgaben selbst sucht. Der Hovawart gilt als Spätentwickler. Seine Wesensentwicklung ist erst im Alter von drei Jahren weitgehend abgeschlossen.
Anmerkung von mir: In den meisten Büchern ist einiges zu lesen über Eigensinnigkeit, Dickkopf und so weiter. Gemeint ist hier nicht Ungehorsam!!!! Hovawarte sind in der Lage ihre Aufgabe zu erkennen und weiterzuentwickeln. Ein kleines Beispiel aus dem Buch:
Der Hovawart – Heidrun Blasius (näheres unter Literatur!)
“… So hatte meine Hündin Tulle blitzschnell begriffen, wie man apportiert, und deshalb sah sie nicht ein, warum sie mir nun bei den Unterordnungsübungen immer wieder dasselbe zeigen soll: das Holz wird über die Hürde, der Hund springt über die Hürde (“obwohl man doch viel leichter außen herum laufen könnte, aber was macht man nicht alles den uneinsichtigen Menschen zuliebe!”), läuft zum Holz, nimmt es auf, springt über die Hürde zurück, setzt sich vor seinen Herrn (!) und hält es so lange im Fang, bis es ihm mit dem Befehl ‘Aus’ abgenommen wird.
Eines Tages wurde ihr das zu langweilig. Sie rannte um die Hürde herum, holte das Holz, sauste wieder außen herum, warf mir das Holz vor die Füße, machte kehrt, sprang hin und zurück über die Hürde, setzte sich vor mich, nahm das Holz und präsentierte es mir strahlenden Auges!…”
Mir persönlich ist genau dieser Charakterzug eine wertvolle Entscheidungshilfe gewesen. Wenn ich mir einen Hund zulege will ich kein Ebenbild des Nachbarhundes! Alle Hovawarte denen wir bisher begegnet sind, hören sehr gut auf Ihren Namen und auf die Befehle die sie erlernt haben. Ich hatte nie den Eindruck, dass sie schlecht erzogen waren. Trotzdem waren selbst de 4 Hündinnen bei unserer Züchterin Individuen (nicht nur auf das Alter bezogen!). Uns zumindest hat das sehr beeindruckt.
Als kleines Beispiel sei hier der Bericht unserer Züchterin Sigrid Koser genannt über Amboss:“Amboss von Arminius – ein Problemhund, wir beide waren ein ganz besonderes Team. Er war eine ständige Herausforderung und ich hing an ihm, wie er an mir. Nur mit sanfter Hand und Verständnis für seinen Charakter, ließ er sich führen. …”